shanghighlights #1

auch wenn wir verdammt viel gearbeitet haben, wir haben nicht nur gearbeitet…obwohls am anfang nicht so ausgesehn hat, war doch noch etwas zeit, um stadtluft zu atmen.

das erste war nur ein kleines light. das erste mal, dass wir es überhaupt irgendwohin schafften. nach der arbeit wurde beschlossen, wir können uns nicht schon wieder einzeln in die hotelzimmer verkriechen, vor dem laptop sitzen und mit zuhause telefonieren. was liegt also näher als ins hofbräuhaus zu gehn, das einzige ding, das in unserer nähe nach lokal aussieht. unsre hotelbar hat um halb 9 geschlossen und ansonsten war die drei langen blöcke zwischen museum und hotel auch rein gar nix… hofbraeuhaus_shanghai schon komisch genug, in shanghai in ein hofbräuhaus zu gehn. innen war alles auf schön bayrisch hergerichtet, holzverkleidung, krüge, ein riesiges bierzapfbräudings und ein livemusikpärchen in trachten, das wohl keine lust hatte für uns als einzige gäste zu spielen.

weit komischer daran - abgesehen davon, dass ein paardl weisswürste ca 6 euro kosteten - war die restliche bedienung. highlight_hofbaeubedienung keine ahnung, wie wohl sich die jungs und mädls (hat nach studenten ausgesehn) darin wirklich gefühlt hatten. die burschen trugen ihre lederhosen eher im baggypantstyle. offensichtlich ist trachtenmode nicht für asiatischen körperbau geschaffen…

ein kleines persönliches highlight: nach getaner arbeit, vor dem täglichen ins hotel verziehen, haben wir immernoch dem mini-store ums eck einen besuch abgestattet. die anderen für snacks und bier. ich für grünen tee. konnte nicht wiederstehn, das riesensortiment an instantnoodles zu probieren - es hat ja jeder einen wasserkocher im zimmer.
hungrig im zimmer angekommen musst ich allerdings feststellen, dass keine stäbchen vom hotel zur verfügung gestellt wurden. und fingerfood ist so eine noodlesoup auch grad nicht. also hungrig in den schlaf weinen und nächsten abend stäbchen im store kaufen.

aber, ha, am nächsten abend, siehe da: highlight_noodlesnack jaja, die kleinen freuden des lebens

einer you-must-have-done empfehlung des reiseführers zum bezirk pudong sind wir gefolgt, ein paar tage nach dem verzweifelten versuch etwas zum gemütlich zusammensitzen nach der arbeit zu finden. jin mao - ich dacht immer, dass das übersetzt die goldene katze heisst, falsch gedacht. im 86 und 87ten stock gibt es eine bar mit dem klingenden namen ‘cloud 9′. projektmama manu hat vom ersten tag weg davon geredet und blinkte kurz vor arbeitsschluss jeden mit großen augen an - rippenkick: gemma ins hyatt? (das gebäude beherbergt ein hyatt hotel.) highlight_hyatt auch wenn uns die 12euro mindestkonsumation (noch ohne steuern) mal ordentlich schlucken ließen, hat manu uns dort schnell reinbuggsiert. da wir so scharf auf einen sitzplatz waren, hatten wir dann eigentlich recht wenig von der aussicht. in einer ausbuchtung in der wand sitzend schlürften wir unsere cocktails, ich hatte meinen kleinsten schockokuchen ever, und waren vor den uninteressanten gesprächen von deutschen und amerikanischen nobeltouristen geschützt. gelegentlich fragten wir uns, was denn der maskierte typ mit den karten in der hand da wohl zutun hat, der immerwieder zwischen den leuten herumschlich…

um 2 war dann schluss mit lustig und dezent rausschmiss. die kellnerin machte uns freundlich drauf aufmerksam, dass wir das mindestpensum an umsatz für 4 personen noch nicht erreicht hatten und ob wir einfach mehr bezahlen, oder lieber noch was trinken wollen. nachdem ich als einziger genug konsumiert hatte, durften sich die anderen zu dritt an einem schnellen cocktail abplagen, bevor wir uns schnell auf den weg raus gemacht haben. unter anderm weil wir eine gefälschte banknote in die rechnung gesteckt hatten (20rmb) den flo ein paar tage davor im fakemarket als retourgeld bekommen hat.

wir konnten uns es aber nicht nehmen noch, wie jeder ander wohl auch, fotos aus dem fenster zu machen. auch wenn diese um die uhrzeit recht unspannend ausfallen, da shanghai die hochhauslichter um 11.00pm abdreht. trotzdem. wir haben mal aus einem 87 stockwerk rausgeschaut. highlight_hyatt2

highlight_hyatt3 was wir erst später erfahren haben: das spezielle an dem gebäude: irgendwo kann man im inneren 30 stockwerke auf eine hotellobby hinunterschauen. (ob sich wohl schon mal eine verzweifelte seele auf das klavier runter hat fallen lassen?) und der mann in der maske hat allerlei zaubertricks auf lager, die er gerne präsentiert, falls einem der gesprächsstoff ausgeht…

durch eine notgedrungene arbeitspause für uns (weil die räumlichkeiten noch nicht fertig für die installation der ganzen technik war) wurden wir zum ersten mal an die innenstadt losgelassen. die festivalorganisation war so freundlich oder besorgt, dass sie uns einen volunteer zur verfügung stellten, der uns einen vormittag sicher durch die stadt geleiten sollte. hatte noch aufgeschnappt, wie ihr auf chinesisch aufgetragen wurde, uns viele menschen zu zeigen, das würde uns gefallen, weil wir uns schon beschwert hatten, dass in pudong keine menschenseele zu sehen sei.

highlight_subwayalso erst mal ab in die ubahn (und dadurch sofort jegliches gefühl für richtungen vernichten) und staunen, dass die anzeige wirklich auf die sekunde genau stimmt.

tja, und hier warn sie. zumindest ein kleiner teil der 16millionen, die in shanghai wohnen sollten. highlight_menschen

und apropos, arbeitskraft kostet nix. highlight_fussgaengerregelung diese herrn warn nicht etwa für die autos zuständig, sondern mussten drauf schaun, dass die fußgänger nur dann losmarschierten, wenn die ampel auch wirklich grün war.

unser eigentliches ziel befand sich irgendwo in einem dieser türme. hightlight_tuerme für elektroniknahe menschen wie uns gabs da ein kleines paradies in form eines vierstöckigen markets, gefüllt mit kleinen läden die alles anbieten, was man sich so rund um pc und telekommunikation wünschen kann. hl_gamepads während sich die lokale bevölkerung scheinbar nur massenweise die playstation portable kauften, waren wir eher auf schnäppchen jagd. was gar nicht so leicht war, weil alle originalteile sowieso gleichviel kosteten wie bei uns. flo machte den glücksgriff ein gefaktes nokia bluetooth headset in der größe von einem fingernagel um 16 euro zu erstehen (und es funktioniert). ich hab mich, ebenfalls um 16 euro, über einen 4fach vgasplitter gefreut, von dem ich bis jetzt noch nicht weiss, ob er funktioniert.

zum glück haben wir uns nicht ewig in dem techikwahnsinn aufgehalten und konnten auch noch was von einem alten erhaltenen teil der stadt sehen. anscheinend mussten nette geschäftsleute aus hongkong dieses viertel aufkaufen um es davor zu bewahren, von shanghai niedergerissen und mit ein paar hochhäusern ersetzt zu werden. jetzt isses erhalten und offensichtlich restauriert und ne teure touristenfalle in sachen restaurants und bars… highlight_gaesschen highlight_allee fast wie aus einem film, oder?

am meisten haben wir uns wohl gefreut, den täglichen lunchboxes zu entkommen, die uns jeden tag 2mal ohne gnade verabreicht wurden. mag sein, dass diese sehr nahe am echten chinesischen leben sind, trotzdem gibt es größere gaumenfreuden - wie im falle dieses mittagessens lekkere japanische fastfood nudelsuppen. stylischer alter japaner inklusive. highlight_japanisch

zu guter letzt noch ein paar eindrücke.

highlight_treter highlight_baustelle highlight_mittagsschlaf highlight_locken highlight_delicake

exhibit

das war jetzt natürlich etwas fies, nur versprechen über weitere postings geben, und so lange nix posten. dafür hatte ich genügend zeit, um den persönlichen shanghai-foto-count auf über 1000 raufzutreiben und nicht nur das museum von innen sondern auch die stadt abzulichten - und nebenbei auch zu besuchen.

aber zuerst zurück in die gewohnten gefilde: das museum und unsere ausstellung.stm_room2_startstm_room3_start

ca. so haben die gesamten 3000m² ausstellungsfläche ausgesehn, als wir etwas weniger als 2 wochen vor der eröffung (19. okt) dort angekommen sind. manu und erwin waren als vorhut schon eine woche vor uns angekommen, um die horden an arbeitstrupps in ihrer arbeitswut zu bändigen. manuerwin beide mal in einer entspannten minute abgelichtet: gemütlich um 1 uhr nach der arbeit beim gute nacht bier vom convenient store neben an. es ist deshalb so grün, weil wir es uns (inklusive der künstler) auf den stufen vor dem hotel gemütlich machen mussten, da die hotelbar schon ab halb 10 den dienst verweigert…

schatten hier eine ganz spezielle art der arbeitswütigen - man kann es ihnen förmlich vom gesicht ablesen. wir nannten sie nur liebevoll “schatten”. da ihre aufgabe es sein wird, die ausstellung zu betreuen, wenn wir mal weg sind, hirschten sie schon die ganze zeit auf der baustelle herum um alles zu verstehen um danach mit der technikschlacht umgehen zu können. schatten hießen sie deshalb, weil sie mit vorliebe 30cm hintern einem standen und über die schulter schauten, was man denn so macht. auch wenns - im falle von der kathi - 4 mal ubuntu installieren war. keine ahnung, wer diese truppe eingekauft hat, aber besondere hilfe waren die nicht.

story 1: es galt, 25 mikrophone nach einem cad plan im raum zu verteilen, auf stativen aufzustellen und richtig zum mixer zu verkabeln. erwin schafft es dem mit der hellen weste an (mein liebling von ihnen, und wahrscheinlich auch der leader unter ihnen). zwei stunden später sieht er vier bei einem mischer herumstehen und in die luft schauen. auf dezentem nachfragen heisst es, sie diskutieren grad…

am nächsten tag stehen natürlich noch keine mikrophone. aber es heisst, sie machen das gleich. ich sage: in einer stunde bitte! - kein problem, in einer halben stunde sind sie fertig. wow! wie geht das? sie haben sich verstärkung geholt!!! zu zwanzigst hirschen sie im raum herum und stellen innerhalb von einer halben stunde die mikrophone irgendwo auf. stm_schattenmikrofonieren

schön wärs gewesen, wenn dann mikrophone und kabel und das routing am mixer noch getestet gewesen wären…

story 2: ein beamer hängt an der decke, das vga kabel hängt wild herunter. der task ist einfach das kabel an der decke entlang bis zur wand verlegen, die wand runter und wieder zu den computern. herr schatten in der grauen weste schätzt professionell die situation ein, blickt zu seinem arbeitspartner und sagt auf chinesisch: da brauchen wir ne leiter. - sein kollege nickt. - schatten no.1 dreht sich zu uns: we need a ladder… stm_schattendenken

aber man darf auf keinen fall nur schimpfen. selbst wenn die leute der betreuungsfirma, der hardwarefirma und der kabelfirma etwas doof waren, es gab ja noch die projektorfirma, die stromleute, die dekorateure, die printaufklebetruppe, die projektionsflächenprovider, die maler, die teppichleger, die tischler,… ziemlich unüberschaubar, was an leuten herumgelaufen ist. in dem fall hatte das chinesische hierarchiedenken durchaus einen vorteil: man musste sich immer nur einen von ihnen merken, nämlich den leader. jeder trupp hat einen leader, und ein paar truppen zusammen haben wieder einen höheren leader, und so gehts dahin. wenn dann einer von einem trupp ein problem mit einem von einem anderen trupp hat, muss das erst mal über alle leader bis zum größten gemeinsamen nenner und dann wieder zurück.

der nachteil daran. man kommt nie dazu, mit leuten zu sprechen, die nicht schon irgendwie eine kleine führungsposition bekleiden (ich wollt nicht gemeines volk schreiben, das klingt so heftig)

im endeffekt sind wir ja eh rechtzeitig fertiggeworden. es ist niemand verletzt worden, es schaut schön aus. es is kein gröberer schaden entstanden an dem nicht wir schuld gewesen wären (flo hat zwei kabel vertauscht und ein 600euro gerät ist flötengegangen…)

stm_baustimmung

wenn ich nicht gerade mit übersetzen oder dokumentieren beschäftigt war, hatte ich die feine aufgabe, mit den mitsubishi leuten herumzulaufen und das aufstellen und einrichten der projektoren zu “überwachen”. und es waren ziemlich viele projektoren, irgendwas über 50. klingt jetzt vielleicht nach ein zwei stunden arbeit, aber zu meiner verteidigung muss ich sagen, dass wir da die üblichen probleme hatten: defekte kabel, keine leiter, der fernbedienungsmann verschwunden, die projektoren waren festgeschraubt und es gab keinen lensshift… aber es war lustig mit denen (leider kein foto da) sie haben mir mit mühe beigebracht, was projektor auf chinesisch heisst - das wollte nämlich einfach nicht in meinen kopf (tou in dsji) und ich haben ihnen dafür beigebracht, dass ein vga splitter splitter heisst und nicht switch.

stolzes detail am rande. mein installation war die erste, die dort funktioniert hat. *stolz*stm_archivewall und es war auch die einzige, die keine erwähnung im ausstellungskatalog hat. *grml*

interessant auch noch die story mit dem rindenmulch… stm_rindenmulch es wurde ja lange debattiert, denn anfangs hieß es einfach, in china gibts sowas wie rindenmulch nicht. plötzlich doch - wir kriegen ‘woodchips’ und alles war gut. lasterweise von dem zeug wurden angefahren und eine heerschar an arbeitern breitete das zeug in der riesen halle aus. hat wirklich gut ausgeschaut, außerdem interessant, über so einen weichen ausstellungboden latschen. nur sabrina - praktisch unsere leaderin - hat der waldgeruch nicht so gefallen. sie fand, es stinkt.

naja, am nächsten tag in der früh dann: der rindenmulch muss weg. irgendeiner obrigkeit ist eingefallen, dass das zeug brennen könnte - und ausserdem stinkts.

also rindenmulch raus - steine rein. an stelle der arbeiter wär ich mir wahrscheinlich recht verarscht vorgekommen. vielleicht haben sie sich das eh gedacht, wir hatten ja nicht gelegenheit mit ihnen zu reden…stm_rindenmulch_raus

noch ne witzige story von der kabelfirma: wir haben 2 3er verteiler (strom) bestellt. zurück kam dann etwas nun-tschakko ähnliches. 2 3erverteiler, die zusammen an einem 30cm kabel hingen. also an beiden enden. hab leider kein foto davon.

wie gesagt, häppi end. alles is rechtzeitig fertig geworden. und die zwei räume von dort ganz oben im post schaun jetzt so aus: stm_room2_end stm_room3_end

die grün gelben mädchen sind übrigens das pendant der hiesigen orangen infotrainern im aec. nur das die alle gratis arbeiten. hatte mal die zweifelhafte ehre, ca 40 von denen in meinem brüchigen chinesisch eine einführung in zwei installationen zu geben. schon ein komisches gefühl von ganz vielen kleinen uniformierten chinesen umringt zu sein (nämlich wirklich umringt auf 20cm abstand) und die hälfte der fragen von ihrer seite aus einfach nicht zuverstehen…eine installation heisst noise and voice. und ihre lieblingsfrage dazu: wie erkennt man in der installation genau den unterschied zwischen noise und voice? (ist das wichtig?)

dass die studenten jetzt alle 3 wochen gratis sich die beine in den bauch stehen, ist ja noch nicht so ungewöhnlich. dass allerdings der productionassistant von chinesischer seite her, auch ein volunteer ist, der 3 monate um sonst projektorganisation der gröberen sorte macht, schon… miss_archer hier miss archer, wie sie noch genug schlaf bekommen hatte. ich hatte es mir mit ihr leider nach ein paar tagen und taiwan-freundlich-china-feindlichen und contra-usa aussagen vertan und unsere konversationen beschränkten sich von dann an auf rein arbeitstechnischer natur.

hier noch ein paar impressionen von der eröffnung. oben war eh schon genug text…stm_eroffnungsrede hier alle leader beisammen

stm_rosamaedl keine ahnung, was ihre aufgabe war, aber schön, dass sie auch dabei war :)

stm_phantasm phantasm - schön

stm_garden_kid kid having some fun

stm_semisei se mi sei vicino - some other kid having fun

stm_willo will.0.w1.sp - same kid
stm_feuerwerk feuerwerk und nebelmaschine war angekündigt. vom endergebnis warn wir etwas enttäuscht…

stm_sektsponsor sekt werbungs mädl bei einer medien-ausstellungs-eröffnung??

stm_sourcecode futurelabs sourcecode

stm_essen zu essen gabs auch, hab ich leider verpasst.

stm_garden2 zu guter letzt, nochmal, weils so schön is

homework - museum

stm_nightview circa so, nur bei tag, war von weitem mein erster blick aufs museum. ganz nett, dachte ich mir. als es dann doch noch ein stückchen zum gehen war, kamen schon die ersten zweifel auf, ob das gebäude wirklich nur ‘nett’ ist. aus der nähe dann: shit, dass kriegt man nicht einmal mit dem weitwinkel ganz drauf.

stm_morgenarrival größenwahn, wäre zum beispiel ein passender ausdruck dafür. man beachte die relation meine ars freunde - glaskugel. und weiters bedenke man, die glaskugel steht in der mitte und das ding ist aber ewig lang… dagegen sieht das lentos aus wie eine hundehütte.

unsere ausstellung da drin hat ca 3000m² - die fläche vom ars electronica center. und obwohl wir den ganzen tag dort drin verbringen - erstes foto geschossen am heimweg um 1 uhr nachts, zweites morgens um ungefähr 10 bei dienstantritt - haben wir noch nicht ansatzweise ein 10tel gesehen. erst gestern haben wir gleich neben uns eine riesige unbenutzte ausstellung entdeckt. ein nachgebautes höhlensystem, dass den besuchern das erdinnere erklärt. versehentlich eine falsche tür aufgemacht, und plötzlich steht man da und schaut erst mal nur…

beim suchen nach mehr aussenansichtsfotos ist dann auch aufgefallen, dass wir tagsüber nie das gebäude verlassen. schade, eigentlich.

besonders attraktiv ist natürlich die glaskugel in der mitte. jeder von uns hat die natürlich schon xfach fotografiert, wunderschön, mit den ganzen spiegelungen und verstrebungen, wenn man auf architektonisch angehauchte fotos steht. was man bei dabei vielleicht vergisst: irgendwer putzt das ja auch! stm_kugel_fast und die armen leute an den seilen nochmal in groß: stm_kugelputzer keine ahnung, wie lange die beschäftigt haben. aber wahrscheinlich kommen sie sowieso in ein paar tagen wieder, nachdem wir so viel dreck gemacht haben, mit dem ganzen herumbauen.

überhaupt bedarf es ziemlich vieler leute, um das museum am laufen zu halten. aber macht ja nix, arbeitskraft kostet ja nix. ein local von unserer mannschaft hat mal geschätzt, dass der durchschnittslohn wahrscheinlich bei 1000 rmb im monat liegt (entspricht 100euro). kein wunder also, dass jede nacht der komplette fußboden gebohnert wird. jede toilette eigens jemanden zugeteil hat, der den ganzen tag lang dort drin ist und alles sauber hält. von security und sonstigen herumstehern ganz zu schweigen, aber alle natürlich in der passenden uniform. allein unser stockwerk hat schon zwei dieser eisstände. stm_eisfrau eine weiter kuriosität in sachen arbeitsplatzbeschaffung war der fugenherrichter. dieser unauffällige mann in rot war einmal den ganzen tag lang damit beschäftigt, in den gängen, die nur für bedienstete zugänglich sind, die kaputten fugen der gefliesten fußleiste wieder zu kitten. ein paar tage später trafen wir ihn beim abschleifen der spuren von den wänden da hinten.

etwas anstrengend, vor allem in verbindung mit dem relativ befremdlichen workflow der chinesen, ist die resultierenden fußmarschstrecken. für die ca. 50 projektoren, die inzwischen auf 3 hallen verteilt herumstehen, gibt es eine fernbedienung… und es gibt immer einen - meistens der ranghöchste in dem arbeitsgebiet (aber dazu noch später) - der die mit sich herumschleppt. da ist also nix mit, ich werf mal kurz den beamer an zum testen der applikation. nein, man sucht mal in den anderen räumen, wo der besagte den umgehen könnte. wenn man pech hat, ist er in der zwischenzeit einen anderen weg woanders hin gegangen, dass man schon mal 15 minuten unterwegs ist - nur um dann etwas einschalten zu können.

auch gut in der kategorie: nachts haben die klowächter natürlich frei. deshalb sind alle toiletten, bis auf eine zugesperrt. und da latscht man auch mal ein stück.

aber ich darf mich echt nicht beschweren. gestern sind ein paar lasterweise bodenmaterial angeliefert worden. und es gibt nicht wirklich eine möglichkeit, motorisiert halbwegs in die nähe unserer hallen zu kommen. deshalb sind ganz viele schwarzhaarige männer den halben tag herumgewuselt, um aberhundert dieser weissen säcke einen stock rauf, und einen ganz langen gang entlang, zu holen. es gibt schon wagerln und schubkarren. aber bei der menge, machen die das kraut auch nicht fett. hier ein wirklich kleiner teil der last: stm_saecke und das beste daran. heute mussten sie alles wieder einfüllen und raustragen und neues hereintragen. aber dazu vielleicht beim nächsten eintrag.

stm_stofftiere (also ich hab noch nie wen gesehen, der sich eins gekauft hätt. der kerl schaut also nicht ohne grund so gelangweilt…)

pudong, science & technology museum - mein block

pudong ist anders. trifft meiner meinung nach circa so gut zu wie für wien. es ist groß, irgendwie anders als gewohnt, aber trotzdem nicht so der hammer, zumindest der teil, wo wir untergebracht sind und arbeiten. man hat ja eigentlich alles was man so braucht: supermarkt ums eck, pizzahut (der gleich am ersten abend herhalten musste), was zum wohnen, ubahn, kultur (in form des museums), einen einkaufsbezirk (unterirdisch) und ein bayrisches lokal. was will man mehr? hofbraeuhaus_shanghai

doch, hej, der reihe nach.

pudong ist riesig, so groß, wie alle anderen bezirke von shanghai zusammen. der flughafen gehört noch dazu, und von dort bis zum hotel sind wir eine stunde unterwegs gewesen. bis vor kurzem (ca. 1990 glaub ich) gab es hier so gut wie gar nichts. die zeit der unterbenutzung vorher haben sie inzwischen gut kompensiert mit hochhäuser hinstellen. und sie können gar nich genung von kriegen. hier der tägliche blick beim aus dem taxi steigen vor dem museum: pudong_scrapers

wir wohnen eigentlich gar nicht weit weg. fußmarsch eine viertel stunde oder so. trotzdem wird immer schön taxi gefahren für 11 rmb (nein, nicht r n b!!), was ca ein euro und 10 cent sind. es ist einfach nicht besonders spannend, neben einer 6spurigen straße zu latschen, auch wenn die luft durch die ganzen mopeds und fahrräder, die mit elektromotor bestückt sind, halbwegs erträglich ist. aber es gibt an der strecke eigentlich nix sehenswertes. ein überdimensionierter, von außen nicht besonders einladender park, keine geschäfte, keine menschen, aber hochhäuser.

hier wär doch eine gute stelle, um mal kurz unsere bleibe zu beschreiben, oder? ich hatte ja überhaupt keine ahnung (ob ich abgeholt werde, wo ich wohne, was ich zu arbeiten habe, etc.) aber die anderen zwei netten jungs sind von projektmutter manu vorwarnt worden, dass es ziemlich low basic ist. hatt mir also nicht viel erwartet. schön für mich.

das größte manko: es gibt keinen kleiderschrank. eigentlich schon komisch für ein hotelzimmer. zweiter punkt, den man als unterdurchschnittlich bezeichnen könnte: das bad ist eine nasszelle a la fertigbaustudentenheim. pudong_bad witziges detail am rande. dusche und waschbecken werden mit den gleichen zwei drehknöpfen bedient. man muss umschalten. is mir aber egal, weil ich brauch eh nie beides gleichzeitig (wie denn auch??).

sonst: der wohnraum ist fast so groß wie mein wohnzimmer. ein 180cm breites bett und ein 120cm für mich allein. schreibtisch mit monitor/kabeltv drauf. gratis internet. eine nette ecke mit tisch, wasserkocher, tee und zwei stühlen. jeden tag kriegt man alles neu, von bade und handtüchern, hausschlapfen, wasserfläschchen bis zur zahnbürste.

also ich brauch nicht mehr pudong_zimmer

das frühstück könnte auch schlimmer sein pudong_speisesaal hier gibts das: pudong_buffet auf der linken länge gibt es chinesisches zeug (isst man eigentlich nicht unbedingt alles zum früstück - z.B. gebratene nudeln, 1000jährige eier…) auf der rechten fast alles was als continental angesehen wird. hinten getränke und süßes, wobei der kaffee hier geschmacklich auch als bonbon verkauft werden könnte. bemerkenswert auch der kiwisaft, den es jeden tag gibt. irgendjemand hat mal kiwisaft mit warmer milch verdünnt getrunken - niemand von uns.

was hab ich sonst noch so von pudong gesehen, außer alles, was irgendwie mit der arbeit zutun hat… vielleicht erwähnenswert: pudong_lightpark auf einem nächtlichen heimweg entdeckt. gleich hinter dem science museum am fluss eine neon lichter show park. keine ahnung, wie man das beschreiben soll. generell wird in shanghai ja an allen hochhäusern das licht abgedreht, wenn es gegen mitternacht geht. aber einen fluss, den man (zumindest von unserer seite aus kaum sieht) und ein nichtbevölkerter park werden mit animierten, ja fast choreographierten, lichteffekten versehen. wozu haben wir uns gefragt, ab 10 uhr abends ist dort überall so viel los wie dienstags zu mitternacht auf der landstraße in linz. ein paar taxis und ein paar verirrte sieht man mit glück, keine ahnung, wo sich die 16 millionen einwohner von shanghai herumtreiben…

shanghai - fast dort

airways_entertainment

das diesmal schon verhandene individual entertainment system war ein hund! trotz wiederholter mästung war der flug dank alter überlängen filme um wie nix, und geschlafen hab ich nicht. obwohl ich vergleichsweise komfortabel zwei plätze zur verfügung hatte.

sh_airport_guy angekommen gabs keine auch wenig zeit zum entspannen. das war übrigens der erste originalchinese am festland den ich erblickte. sh_airport_people das war noch gar nichts, gegen die menschenmassen, die beim securitycheck, pass- und visakontrolle - die übrigens ohne probleme verlief - anstanden, nochmal mehr gabs dann beim ausgang zu sehn. kaum durch den zoll durch, steht man vor einer undurchdringbaren mauer an kleinen asiaten mit schildern in der hand. der ausweg für alle ankömmlinge ist mit absperrungen s-förmig durch die wartenden gelegt. dort wurden wir von unsrem stressigen chauffeur hindurchgelotst, raus, über straßen, untergeschosse, stiegen, bis wir das gesamte gepäck schleppend (keine wagerln möglich, keine lifte vorhanden) endlich beim kleinbus ankamen.

wir waren aber alle froh, dass wir überhaupt abgeholt worden sind. hatten uns schon die schlimmsten szenarien ausgemalt, wie man sich denn dort bis zum hotel, von dem wir weder name noch adresse wussten, durchschlagen können.

das sind übrigens meine anreisepartner. die vorderen zwei (rechts flo, gelbe mitte michael) sind mit mir im ausstellungsprojekt; kathi, pascal und rainer ein teil der stereo qung chu opern visualisierung truppe.anreisetruppe ersteautometer von dieser seite hat sich shanghai die ersten paar (kilo)meter präsentiert.

es war schon ganz hilfreich, dass ich zumindest ein bisschen chinesisch verstanden habe, für so ganz basic verständigung mit dem fahrer. wo er dann allerdings im auto am handy lautstark im landesdialekt losgelegt hat, hab ich nix mehr verstanden. war vielleicht auch besser so…hat recht böse geklungen.

machmal zahlt sich ordnung doch aus: melonenauto

mr_santana dieser herr ist übrigens hier ein oft gesehener gefährte. santana, vw santana. die männer mit den david hasselhoff brille, zigarrette im mundwinkelhängend gibts anscheinend inkludiert.

first_scraper gerade mal in die hochzivilisierte zone angekommen - hoch im sinne von weit oben wohnend - waren die ausstellungshälfte auch schon im heimatviertel für die nächsten 2 wochen.

Pudong
das seelenlose technologie und finanzviertel am rande der stadt. wo wir uns seit der ankunft fast nicht wegbewegt haben. wolkenkratzer gibts hier anscheinend im angebot. selten steht ein architektonisches kinderwerk allein herum, meistens gibts gleich 5 gleiche dinger in nächster nähe.

der chauffeur war so nett uns nach einer kleinen extrarunde um den block und überqueren einiger doppelquerstreifen vors hotel zu bringen, und spätestens jetzt warn wir so richtig angekommen…