auch wenn wir verdammt viel gearbeitet haben, wir haben nicht nur gearbeitet…obwohls am anfang nicht so ausgesehn hat, war doch noch etwas zeit, um stadtluft zu atmen.
das erste war nur ein kleines light. das erste mal, dass wir es überhaupt irgendwohin schafften. nach der arbeit wurde beschlossen, wir können uns nicht schon wieder einzeln in die hotelzimmer verkriechen, vor dem laptop sitzen und mit zuhause telefonieren. was liegt also näher als ins hofbräuhaus zu gehn, das einzige ding, das in unserer nähe nach lokal aussieht. unsre hotelbar hat um halb 9 geschlossen und ansonsten war die drei langen blöcke zwischen museum und hotel auch rein gar nix…
schon komisch genug, in shanghai in ein hofbräuhaus zu gehn. innen war alles auf schön bayrisch hergerichtet, holzverkleidung, krüge, ein riesiges bierzapfbräudings und ein livemusikpärchen in trachten, das wohl keine lust hatte für uns als einzige gäste zu spielen.
weit komischer daran - abgesehen davon, dass ein paardl weisswürste ca 6 euro kosteten - war die restliche bedienung.
keine ahnung, wie wohl sich die jungs und mädls (hat nach studenten ausgesehn) darin wirklich gefühlt hatten. die burschen trugen ihre lederhosen eher im baggypantstyle. offensichtlich ist trachtenmode nicht für asiatischen körperbau geschaffen…
ein kleines persönliches highlight: nach getaner arbeit, vor dem täglichen ins hotel verziehen, haben wir immernoch dem mini-store ums eck einen besuch abgestattet. die anderen für snacks und bier. ich für grünen tee. konnte nicht wiederstehn, das riesensortiment an instantnoodles zu probieren - es hat ja jeder einen wasserkocher im zimmer.
hungrig im zimmer angekommen musst ich allerdings feststellen, dass keine stäbchen vom hotel zur verfügung gestellt wurden. und fingerfood ist so eine noodlesoup auch grad nicht. also hungrig in den schlaf weinen und nächsten abend stäbchen im store kaufen.
aber, ha, am nächsten abend, siehe da:
jaja, die kleinen freuden des lebens
einer you-must-have-done empfehlung des reiseführers zum bezirk pudong sind wir gefolgt, ein paar tage nach dem verzweifelten versuch etwas zum gemütlich zusammensitzen nach der arbeit zu finden. jin mao - ich dacht immer, dass das übersetzt die goldene katze heisst, falsch gedacht. im 86 und 87ten stock gibt es eine bar mit dem klingenden namen ‘cloud 9′. projektmama manu hat vom ersten tag weg davon geredet und blinkte kurz vor arbeitsschluss jeden mit großen augen an - rippenkick: gemma ins hyatt? (das gebäude beherbergt ein hyatt hotel.)
auch wenn uns die 12euro mindestkonsumation (noch ohne steuern) mal ordentlich schlucken ließen, hat manu uns dort schnell reinbuggsiert. da wir so scharf auf einen sitzplatz waren, hatten wir dann eigentlich recht wenig von der aussicht. in einer ausbuchtung in der wand sitzend schlürften wir unsere cocktails, ich hatte meinen kleinsten schockokuchen ever, und waren vor den uninteressanten gesprächen von deutschen und amerikanischen nobeltouristen geschützt. gelegentlich fragten wir uns, was denn der maskierte typ mit den karten in der hand da wohl zutun hat, der immerwieder zwischen den leuten herumschlich…
um 2 war dann schluss mit lustig und dezent rausschmiss. die kellnerin machte uns freundlich drauf aufmerksam, dass wir das mindestpensum an umsatz für 4 personen noch nicht erreicht hatten und ob wir einfach mehr bezahlen, oder lieber noch was trinken wollen. nachdem ich als einziger genug konsumiert hatte, durften sich die anderen zu dritt an einem schnellen cocktail abplagen, bevor wir uns schnell auf den weg raus gemacht haben. unter anderm weil wir eine gefälschte banknote in die rechnung gesteckt hatten (20rmb) den flo ein paar tage davor im fakemarket als retourgeld bekommen hat.
wir konnten uns es aber nicht nehmen noch, wie jeder ander wohl auch, fotos aus dem fenster zu machen. auch wenn diese um die uhrzeit recht unspannend ausfallen, da shanghai die hochhauslichter um 11.00pm abdreht. trotzdem. wir haben mal aus einem 87 stockwerk rausgeschaut. 
was wir erst später erfahren haben: das spezielle an dem gebäude: irgendwo kann man im inneren 30 stockwerke auf eine hotellobby hinunterschauen. (ob sich wohl schon mal eine verzweifelte seele auf das klavier runter hat fallen lassen?) und der mann in der maske hat allerlei zaubertricks auf lager, die er gerne präsentiert, falls einem der gesprächsstoff ausgeht…
durch eine notgedrungene arbeitspause für uns (weil die räumlichkeiten noch nicht fertig für die installation der ganzen technik war) wurden wir zum ersten mal an die innenstadt losgelassen. die festivalorganisation war so freundlich oder besorgt, dass sie uns einen volunteer zur verfügung stellten, der uns einen vormittag sicher durch die stadt geleiten sollte. hatte noch aufgeschnappt, wie ihr auf chinesisch aufgetragen wurde, uns viele menschen zu zeigen, das würde uns gefallen, weil wir uns schon beschwert hatten, dass in pudong keine menschenseele zu sehen sei.
also erst mal ab in die ubahn (und dadurch sofort jegliches gefühl für richtungen vernichten) und staunen, dass die anzeige wirklich auf die sekunde genau stimmt.
tja, und hier warn sie. zumindest ein kleiner teil der 16millionen, die in shanghai wohnen sollten. 
und apropos, arbeitskraft kostet nix.
diese herrn warn nicht etwa für die autos zuständig, sondern mussten drauf schaun, dass die fußgänger nur dann losmarschierten, wenn die ampel auch wirklich grün war.
unser eigentliches ziel befand sich irgendwo in einem dieser türme.
für elektroniknahe menschen wie uns gabs da ein kleines paradies in form eines vierstöckigen markets, gefüllt mit kleinen läden die alles anbieten, was man sich so rund um pc und telekommunikation wünschen kann.
während sich die lokale bevölkerung scheinbar nur massenweise die playstation portable kauften, waren wir eher auf schnäppchen jagd. was gar nicht so leicht war, weil alle originalteile sowieso gleichviel kosteten wie bei uns. flo machte den glücksgriff ein gefaktes nokia bluetooth headset in der größe von einem fingernagel um 16 euro zu erstehen (und es funktioniert). ich hab mich, ebenfalls um 16 euro, über einen 4fach vgasplitter gefreut, von dem ich bis jetzt noch nicht weiss, ob er funktioniert.
zum glück haben wir uns nicht ewig in dem techikwahnsinn aufgehalten und konnten auch noch was von einem alten erhaltenen teil der stadt sehen. anscheinend mussten nette geschäftsleute aus hongkong dieses viertel aufkaufen um es davor zu bewahren, von shanghai niedergerissen und mit ein paar hochhäusern ersetzt zu werden. jetzt isses erhalten und offensichtlich restauriert und ne teure touristenfalle in sachen restaurants und bars…
fast wie aus einem film, oder?
am meisten haben wir uns wohl gefreut, den täglichen lunchboxes zu entkommen, die uns jeden tag 2mal ohne gnade verabreicht wurden. mag sein, dass diese sehr nahe am echten chinesischen leben sind, trotzdem gibt es größere gaumenfreuden - wie im falle dieses mittagessens lekkere japanische fastfood nudelsuppen. stylischer alter japaner inklusive. 
zu guter letzt noch ein paar eindrücke.
