pudong ist anders. trifft meiner meinung nach circa so gut zu wie für wien. es ist groß, irgendwie anders als gewohnt, aber trotzdem nicht so der hammer, zumindest der teil, wo wir untergebracht sind und arbeiten. man hat ja eigentlich alles was man so braucht: supermarkt ums eck, pizzahut (der gleich am ersten abend herhalten musste), was zum wohnen, ubahn, kultur (in form des museums), einen einkaufsbezirk (unterirdisch) und ein bayrisches lokal. was will man mehr? 
doch, hej, der reihe nach.
pudong ist riesig, so groß, wie alle anderen bezirke von shanghai zusammen. der flughafen gehört noch dazu, und von dort bis zum hotel sind wir eine stunde unterwegs gewesen. bis vor kurzem (ca. 1990 glaub ich) gab es hier so gut wie gar nichts. die zeit der unterbenutzung vorher haben sie inzwischen gut kompensiert mit hochhäuser hinstellen. und sie können gar nich genung von kriegen. hier der tägliche blick beim aus dem taxi steigen vor dem museum: 
wir wohnen eigentlich gar nicht weit weg. fußmarsch eine viertel stunde oder so. trotzdem wird immer schön taxi gefahren für 11 rmb (nein, nicht r n b!!), was ca ein euro und 10 cent sind. es ist einfach nicht besonders spannend, neben einer 6spurigen straße zu latschen, auch wenn die luft durch die ganzen mopeds und fahrräder, die mit elektromotor bestückt sind, halbwegs erträglich ist. aber es gibt an der strecke eigentlich nix sehenswertes. ein überdimensionierter, von außen nicht besonders einladender park, keine geschäfte, keine menschen, aber hochhäuser.
hier wär doch eine gute stelle, um mal kurz unsere bleibe zu beschreiben, oder? ich hatte ja überhaupt keine ahnung (ob ich abgeholt werde, wo ich wohne, was ich zu arbeiten habe, etc.) aber die anderen zwei netten jungs sind von projektmutter manu vorwarnt worden, dass es ziemlich low basic ist. hatt mir also nicht viel erwartet. schön für mich.
das größte manko: es gibt keinen kleiderschrank. eigentlich schon komisch für ein hotelzimmer. zweiter punkt, den man als unterdurchschnittlich bezeichnen könnte: das bad ist eine nasszelle a la fertigbaustudentenheim.
witziges detail am rande. dusche und waschbecken werden mit den gleichen zwei drehknöpfen bedient. man muss umschalten. is mir aber egal, weil ich brauch eh nie beides gleichzeitig (wie denn auch??).
sonst: der wohnraum ist fast so groß wie mein wohnzimmer. ein 180cm breites bett und ein 120cm für mich allein. schreibtisch mit monitor/kabeltv drauf. gratis internet. eine nette ecke mit tisch, wasserkocher, tee und zwei stühlen. jeden tag kriegt man alles neu, von bade und handtüchern, hausschlapfen, wasserfläschchen bis zur zahnbürste.
also ich brauch nicht mehr 
das frühstück könnte auch schlimmer sein
hier gibts das:
auf der linken länge gibt es chinesisches zeug (isst man eigentlich nicht unbedingt alles zum früstück - z.B. gebratene nudeln, 1000jährige eier…) auf der rechten fast alles was als continental angesehen wird. hinten getränke und süßes, wobei der kaffee hier geschmacklich auch als bonbon verkauft werden könnte. bemerkenswert auch der kiwisaft, den es jeden tag gibt. irgendjemand hat mal kiwisaft mit warmer milch verdünnt getrunken - niemand von uns.
was hab ich sonst noch so von pudong gesehen, außer alles, was irgendwie mit der arbeit zutun hat… vielleicht erwähnenswert:
auf einem nächtlichen heimweg entdeckt. gleich hinter dem science museum am fluss eine neon lichter show park. keine ahnung, wie man das beschreiben soll. generell wird in shanghai ja an allen hochhäusern das licht abgedreht, wenn es gegen mitternacht geht. aber einen fluss, den man (zumindest von unserer seite aus kaum sieht) und ein nichtbevölkerter park werden mit animierten, ja fast choreographierten, lichteffekten versehen. wozu haben wir uns gefragt, ab 10 uhr abends ist dort überall so viel los wie dienstags zu mitternacht auf der landstraße in linz. ein paar taxis und ein paar verirrte sieht man mit glück, keine ahnung, wo sich die 16 millionen einwohner von shanghai herumtreiben…