das war jetzt natürlich etwas fies, nur versprechen über weitere postings geben, und so lange nix posten. dafür hatte ich genügend zeit, um den persönlichen shanghai-foto-count auf über 1000 raufzutreiben und nicht nur das museum von innen sondern auch die stadt abzulichten - und nebenbei auch zu besuchen.
aber zuerst zurück in die gewohnten gefilde: das museum und unsere ausstellung.

ca. so haben die gesamten 3000m² ausstellungsfläche ausgesehn, als wir etwas weniger als 2 wochen vor der eröffung (19. okt) dort angekommen sind. manu und erwin waren als vorhut schon eine woche vor uns angekommen, um die horden an arbeitstrupps in ihrer arbeitswut zu bändigen. 
beide mal in einer entspannten minute abgelichtet: gemütlich um 1 uhr nach der arbeit beim gute nacht bier vom convenient store neben an. es ist deshalb so grün, weil wir es uns (inklusive der künstler) auf den stufen vor dem hotel gemütlich machen mussten, da die hotelbar schon ab halb 10 den dienst verweigert…
hier eine ganz spezielle art der arbeitswütigen - man kann es ihnen förmlich vom gesicht ablesen. wir nannten sie nur liebevoll “schatten”. da ihre aufgabe es sein wird, die ausstellung zu betreuen, wenn wir mal weg sind, hirschten sie schon die ganze zeit auf der baustelle herum um alles zu verstehen um danach mit der technikschlacht umgehen zu können. schatten hießen sie deshalb, weil sie mit vorliebe 30cm hintern einem standen und über die schulter schauten, was man denn so macht. auch wenns - im falle von der kathi - 4 mal ubuntu installieren war. keine ahnung, wer diese truppe eingekauft hat, aber besondere hilfe waren die nicht.
story 1: es galt, 25 mikrophone nach einem cad plan im raum zu verteilen, auf stativen aufzustellen und richtig zum mixer zu verkabeln. erwin schafft es dem mit der hellen weste an (mein liebling von ihnen, und wahrscheinlich auch der leader unter ihnen). zwei stunden später sieht er vier bei einem mischer herumstehen und in die luft schauen. auf dezentem nachfragen heisst es, sie diskutieren grad…
am nächsten tag stehen natürlich noch keine mikrophone. aber es heisst, sie machen das gleich. ich sage: in einer stunde bitte! - kein problem, in einer halben stunde sind sie fertig. wow! wie geht das? sie haben sich verstärkung geholt!!! zu zwanzigst hirschen sie im raum herum und stellen innerhalb von einer halben stunde die mikrophone irgendwo auf. 
schön wärs gewesen, wenn dann mikrophone und kabel und das routing am mixer noch getestet gewesen wären…
story 2: ein beamer hängt an der decke, das vga kabel hängt wild herunter. der task ist einfach das kabel an der decke entlang bis zur wand verlegen, die wand runter und wieder zu den computern. herr schatten in der grauen weste schätzt professionell die situation ein, blickt zu seinem arbeitspartner und sagt auf chinesisch: da brauchen wir ne leiter. - sein kollege nickt. - schatten no.1 dreht sich zu uns: we need a ladder… 
aber man darf auf keinen fall nur schimpfen. selbst wenn die leute der betreuungsfirma, der hardwarefirma und der kabelfirma etwas doof waren, es gab ja noch die projektorfirma, die stromleute, die dekorateure, die printaufklebetruppe, die projektionsflächenprovider, die maler, die teppichleger, die tischler,… ziemlich unüberschaubar, was an leuten herumgelaufen ist. in dem fall hatte das chinesische hierarchiedenken durchaus einen vorteil: man musste sich immer nur einen von ihnen merken, nämlich den leader. jeder trupp hat einen leader, und ein paar truppen zusammen haben wieder einen höheren leader, und so gehts dahin. wenn dann einer von einem trupp ein problem mit einem von einem anderen trupp hat, muss das erst mal über alle leader bis zum größten gemeinsamen nenner und dann wieder zurück.
der nachteil daran. man kommt nie dazu, mit leuten zu sprechen, die nicht schon irgendwie eine kleine führungsposition bekleiden (ich wollt nicht gemeines volk schreiben, das klingt so heftig)
im endeffekt sind wir ja eh rechtzeitig fertiggeworden. es ist niemand verletzt worden, es schaut schön aus. es is kein gröberer schaden entstanden an dem nicht wir schuld gewesen wären (flo hat zwei kabel vertauscht und ein 600euro gerät ist flötengegangen…)

wenn ich nicht gerade mit übersetzen oder dokumentieren beschäftigt war, hatte ich die feine aufgabe, mit den mitsubishi leuten herumzulaufen und das aufstellen und einrichten der projektoren zu “überwachen”. und es waren ziemlich viele projektoren, irgendwas über 50. klingt jetzt vielleicht nach ein zwei stunden arbeit, aber zu meiner verteidigung muss ich sagen, dass wir da die üblichen probleme hatten: defekte kabel, keine leiter, der fernbedienungsmann verschwunden, die projektoren waren festgeschraubt und es gab keinen lensshift… aber es war lustig mit denen (leider kein foto da) sie haben mir mit mühe beigebracht, was projektor auf chinesisch heisst - das wollte nämlich einfach nicht in meinen kopf (tou in dsji) und ich haben ihnen dafür beigebracht, dass ein vga splitter splitter heisst und nicht switch.
stolzes detail am rande. mein installation war die erste, die dort funktioniert hat. *stolz*
und es war auch die einzige, die keine erwähnung im ausstellungskatalog hat. *grml*
interessant auch noch die story mit dem rindenmulch…
es wurde ja lange debattiert, denn anfangs hieß es einfach, in china gibts sowas wie rindenmulch nicht. plötzlich doch - wir kriegen ‘woodchips’ und alles war gut. lasterweise von dem zeug wurden angefahren und eine heerschar an arbeitern breitete das zeug in der riesen halle aus. hat wirklich gut ausgeschaut, außerdem interessant, über so einen weichen ausstellungboden latschen. nur sabrina - praktisch unsere leaderin - hat der waldgeruch nicht so gefallen. sie fand, es stinkt.
naja, am nächsten tag in der früh dann: der rindenmulch muss weg. irgendeiner obrigkeit ist eingefallen, dass das zeug brennen könnte - und ausserdem stinkts.
also rindenmulch raus - steine rein. an stelle der arbeiter wär ich mir wahrscheinlich recht verarscht vorgekommen. vielleicht haben sie sich das eh gedacht, wir hatten ja nicht gelegenheit mit ihnen zu reden…
noch ne witzige story von der kabelfirma: wir haben 2 3er verteiler (strom) bestellt. zurück kam dann etwas nun-tschakko ähnliches. 2 3erverteiler, die zusammen an einem 30cm kabel hingen. also an beiden enden. hab leider kein foto davon.
wie gesagt, häppi end. alles is rechtzeitig fertig geworden. und die zwei räume von dort ganz oben im post schaun jetzt so aus:

die grün gelben mädchen sind übrigens das pendant der hiesigen orangen infotrainern im aec. nur das die alle gratis arbeiten. hatte mal die zweifelhafte ehre, ca 40 von denen in meinem brüchigen chinesisch eine einführung in zwei installationen zu geben. schon ein komisches gefühl von ganz vielen kleinen uniformierten chinesen umringt zu sein (nämlich wirklich umringt auf 20cm abstand) und die hälfte der fragen von ihrer seite aus einfach nicht zuverstehen…eine installation heisst noise and voice. und ihre lieblingsfrage dazu: wie erkennt man in der installation genau den unterschied zwischen noise und voice? (ist das wichtig?)
dass die studenten jetzt alle 3 wochen gratis sich die beine in den bauch stehen, ist ja noch nicht so ungewöhnlich. dass allerdings der productionassistant von chinesischer seite her, auch ein volunteer ist, der 3 monate um sonst projektorganisation der gröberen sorte macht, schon…
hier miss archer, wie sie noch genug schlaf bekommen hatte. ich hatte es mir mit ihr leider nach ein paar tagen und taiwan-freundlich-china-feindlichen und contra-usa aussagen vertan und unsere konversationen beschränkten sich von dann an auf rein arbeitstechnischer natur.
hier noch ein paar impressionen von der eröffnung. oben war eh schon genug text…
hier alle leader beisammen
keine ahnung, was ihre aufgabe war, aber schön, dass sie auch dabei war
phantasm - schön
kid having some fun
se mi sei vicino - some other kid having fun
will.0.w1.sp - same kid
feuerwerk und nebelmaschine war angekündigt. vom endergebnis warn wir etwas enttäuscht…
sekt werbungs mädl bei einer medien-ausstellungs-eröffnung??
futurelabs sourcecode
zu essen gabs auch, hab ich leider verpasst.
zu guter letzt, nochmal, weils so schön is